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Бог, человек и злоБиблиография (Основная использованная литература). Zusammenfassung
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Das Ziel dieser Abhandlung ist eine Analyse der Frage des Bösen in der Philosophie von Wladimir Solowjow. Diese Studie bezweckt jedoch keine Problemanalyse an sich, sie stellt vielmehr den Versuch einer Antwort auf die Frage dar, welches Problem das philosophische Denken des Autos der Rechtfertigung des Guten prägte, und wie die Grundlagen seiner Weltanschauung von diesem Problem beeinflusst wurden. Von diesem Standpunkt ausgesehen spaltet sich die Gedan kenentwicklung Solowjows in zwei verschiedene und gegensätzliche Perioden auf: die „optimistische“ (1874–1891), die im Zeichen einer Unterschätzung der realen Macht des Bösen in der Welt, in der Geschichte und im Menschen steht, und die „pessimistische“ (1891–1900), in der seine bisherigen Anschauungen zu dieser Frage so grundlegend revidiert wurden, dass hier sogar von einer ideologischen „Umkehr“, bzw. „Wende“ gesprochen wird.

Die Entstehungsgeschichte, die Gegenwart und die Existenz des Bösen in der Welt sowie die Frage nach der Möglichkeit seiner Überwindung im Sinne Solowjows wurden in der Perspektive zweier entgegengesetzter Philosopheme dargestellt: des „Philosophems des Todes“ und des „Philosophems des Lebens“. Es handelt sich also einerseits um ein Prinzip, das in der Welt als Herrschaft des „Gesetzes der Sünde“ und des „metaphysischen Egoismus“ erscheint und welches das Fehlen eines einheitlichen Daseins und Zustand genereller Feindlichkeit („Krieg aller gegen alle“) zur Folge hat; dem zweiten Philosophem entspricht das Logosprinzip, das verstreute Potenzen des Seins vereinigt und die Welt zur Einheit (Alleinheit) mit Gott als absolutem Sein führt; ein Prinzip, in dem zugleich der in der „Tat“ der Auferstehung Christi garantierte Triumph des Lebens über das „endgültige Böse“, d.h. über den Tod, zum Ausdruck kommt.

Die Arbeit besteht aus drei grundlegenden Teilen: Theosophie, Theokratie und Eschatologie.

Im ersten Teil wurde die Entstehungsgeschichte des Bösen in der Perspektive des Falles der Seele und der Wiederkehr der „gefallenen“ Welt (des Anderen Gottes) zur durch Sünde verlorenen Ureinheit geschildert. Die durchgeführten Analysen haben gezeigt, dass die Einschränkung der Allmächtigkeit Gottes in der Theosophie Solowjows – wie es in den gnostischen und theosophischen Systemen der Fall ist – eine unumgängliche Folge der Verbindung der Geschichte des Bösen mit dem Schöpfungsakt wurde, und zwar unabhängig davon, ob die Geschichte des Bösen als Fall des zwischen Gott und Welt existierenden „Mittelwesens“ (das von Solowjow als Weltseele bezeichnet und erst im Werk Russland und die universelle Kirche vom himmlischen Urmuster, also der Sophia – Gottes Weisheit, unterschieden wird) oder als Gottes „Zulassung“ aller möglichen Potenzen des Seienden (dementsprechend auch der Potenz des Bösen und des „Chaos“) aufgefasst wird. So also wurde der Schöpfungsakt selbst zu einem negativen statt einem positiven Akt.

Im zweiten Teil erscheint das Projekt des Kampfes gegen das Böse in einer sozialen, politischen und ekklesialen Dimension als auf Erden realisiertes Ideal der Ökumene und der Theokratie, der „hier und jetzt“ vollbrachten Gottmenschheit, also in einer historischen, irdischen, terrestrischen (A. Walicki) Ordnung. In Anbetracht dieser Schilderung stellte sich heraus, dass der „Theokratiekrach“ (E. Trubecki) und das solowjowsche Ökumeneprojekt nicht vordergründig mit empirischen (sozialpolitischen u.a.) Faktoren, sondern vielmehr mit dem Kardinalfehler der Verkennung der aktiven Präsenz des metaphysischen Bösen in der Geschichte und der Verkennung der wahren Natur der menschlichen Freiheit, die ja immer als Freiheit sowohl zum Guten als auch zum Bösen anzusehen ist, zu assoziieren sind. Die Idee Solowjows erwies sich als Utopie.

Im dritten Teil wurde das Böse in der Perspektive Solowjows Eschatologie und Apokalyptik aufgezeigt. Die Darstellung des apokalyptischen Bösen (Drei Gespräche) zeigte sich gleichermaßen als Abrechnung mit der theokratischen Idee von Solowjow und als Desavouierung jeder irdischen Utopie, jeder „irdischen Eschatologie“. In ihrem Lichte erscheint de irdische, historische Wirklichkeit weniger als Raum, in dem die Gottmenschheit realisiert wird und das Gute fortschreitend triumphiert, sondern eher als Raum eines metaphysischen Kampfes des Guten und des Bösen. Hinter der Versuchung der irdischen Theokratie lauert unvermeidlich das Gespenst der Satanokratie, ein Schatten der Satanomenschheit hinter der geschichtlich vollbrachten Gottmenschheit. Der Verzicht auf die Versuchung der eschatologischen Gnosis markiert eine Zäsur zwischen der Geschichte und der Eschatologie, der Geschichte und der Meta-Geschichte. Das Geheimnis des Endgeschehens ist bei Solowjow mit dem Geheimnis der Bosheit (misterium iniquitatis) verbunden, und seine Lösung vollzieht sich im apokalyptischen „Weltgericht“, der endgültigen Konfrontation der Kräfte zwischen Christus und Antichrist.

Die Auseinandersetzung der Lehren beider „Künder des Antichristen“ (D. Stremooulchoff), Tolstoi und Nietzsche, mit dem „endgültigen Bösen“, also dem Tod, zeigte das wahre „Elend“ ihrer Philosophie. Der Weg der „Übermenschlichkeil“ erscheint nicht als Weg des „Übermenschen“ (Nietzsche) sondern als Weg des Gottmenschen, also dessen, der den Tod „besiegte“. Die dialogische, synergistische Zusammenarbeit von Gott und Mensch im Werk der

Welterlösung aus den Banden des Argen, in dem „die ganze Welt liegt“ (1J 5, 19), stellt den durch das „Faktum“ der Inkarnation begonnenen Triumph des Guten über das Böse dar. Das reale Gute ist kein Gutes der erfüllten Utopie, sondern das durch menschliche Gewissen wirkende und durch moralische Menschentat in die Welt einverleibte Gute.

In der Zeit des Posthumanismus und der Destruktion der Metaphysik – worauf im Schlussteil hingewiesen wird – erweist sich sowohl die „Rechtfertigung“ des Guten als auch die „Rechtfertigung“ des Menschen als tiefster Sinn der Philosophie Solowjows.

Der russische „Apologet des Guten“ erscheint als Denker „für heute“.

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